Kernaussage: Prüfen Sie frühzeitig, ob eine Teilung oder Zuweisung des landwirtschaftlichen Betriebs realistisch ist, um Enttäuschungen und unnötige Kosten zu vermeiden.
In der Praxis betrifft das oft Nachfolgen innerhalb der Familie, die Aufteilung von Hofstellen und die Frage, ob der Betrieb nach einer Übertragung wirtschaftlich tragfähig bleibt.
Wann lohnt eine frühzeitige Prüfung?
Eine zeitige Abklärung ist sinnvoll, bevor Erwartungen entstehen oder Investitionsentscheide getroffen werden. Typische Konstellationen sind:
- Übergabe an Kinder mit möglicher Aufteilung von Land und Gebäuden
- Übernahme durch Miterben mit zu klärender Zuweisung von Betriebsvermögen
- Teilung bei gesellschaftlicher Umstrukturierung oder vor Verkauf
Worauf ist konkret zu achten?
Prüfen Sie sowohl rechtliche als auch betriebswirtschaftliche Aspekte und schaffen Sie eine gemeinsame Informationsbasis.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und besondere Vorschriften des bäuerlichen Boden- und Erbrechts, insbesondere das Bundesgesetz über den bäuerlichen Boden und das bäuerliche Erbrecht
- Erbrechtliche Grundsätze aus dem Zivilgesetzbuch und relevante zivilrechtliche Vertragsfragen aus dem Obligationenrecht
- Betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit: Ertragslage, Liquidität, Schulden und langfristige Verpflichtungen
Typische Risiken
- Fehlende wirtschaftliche Tragfähigkeit nach Teilung
- Rechtliche Beschränkungen bei Nutzung und Verkauf von bäuerlichem Boden
- Uneinheitliche Informationsbasis und verhärtete Erwartungen
Fristen sind nicht einheitlich geregelt. Prüfen Sie konkrete vertragliche oder behördliche Fristen im Einzelfall.
Merksatz: Frühe Abklärungen reduzieren Konfliktpotenzial und ermöglichen realistische Planungen.
Bäuerliches Bodenrecht und landwirtschaftliches Erbrecht nach BGBB. Wissensartikel für Landwirte und Erben landwirtschaftlicher Grundstücke.
